Brigitte Sutter
«Mit 49 Jahren habe ich mich noch einmal neu orientiert und meine Berufung im Operationssaal gefunden.»
Brigitte Sutter hat ihre Leidenschaft im Operationssaal entdeckt und ihren Traum verwirklicht. Heute arbeitet sie engagiert im OP-Team, wo sie Verantwortung übernehmen kann und täglich einen sinnvollen Beitrag zur Patientinnen- und Patientenversorgung leistet.
Meine berufliche Laufbahn begann vor über 40 Jahren mit der Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau, damals noch Krankenschwester AKP. Nach zwei Jahren auf einer chirurgischen Abteilung im Kantonsspital Liestal wechselte ich zur Spitex, wo ich unter anderem Auszubildende betreute. Diese Arbeit hat mir so viel Freude bereitet, dass ich mich entschied, an die Berufsfachschule Gesundheit zu wechseln. Dort unterrichtete ich über 20 Jahre lang als Berufsschullehrerin Pflege in der Grundbildung und konnte mein Wissen an den Nachwuchs weitergeben.
Mit 49 Jahren spürte ich den Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung. Ich wollte wieder näher an der praktischen Medizin arbeiten. Eine Freundin, die schon lange im Operationssaal tätig ist, erzählte mir immer begeistert von ihrer Arbeit. Nach einigen Schnuppertagen im Operationssaal wurde mir ein Ausbildungsplatz am Kantonsspital Liestal angeboten. Eine Chance, die ich trotz meines eher fortgeschrittenen Alters gern ergriff. Die Ausbildung zur Fachfrau Operationstechnik HF war intensiv und herausfordernd, aber sie erfüllte mir einen lang gehegten Wunsch, wieder direkt am Patienten zu arbeiten und ein Teil des OP-Teams zu sein.
Heute arbeite ich mit einem 70% Pensum hauptsächlich im Fachgebiet Hals-Nasen-Ohren (HNO). Ich liebe die Vielseitigkeit der Eingriffe, von kleineren Hauttumoren bis zu komplexen Nasennebenhöhlenoperationen. Besonders schätze ich die enge Zusammenarbeit im Team. Im Operationssaal treffen unterschiedliche Berufsgruppen aufeinander, Anästhesie, Lagerungspflege, Operateurinnen und Operateure, OP-Koordination, hauswirtschaftliche und logistische Mitarbeitende. Jeder trägt dazu bei, dass der Ablauf sicher, effizient und reibungslos verläuft.
Was mir an meinem Beruf besonders gefällt, ist der Bezug zur Medizin, die Teamarbeit und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. Es erfüllt mich, wenn komplexe Eingriffe reibungslos verlaufen und wir als Team einen Beitrag dazu leisten können, dass es den Patientinnen und Patienten besser geht. Natürlich gibt es Herausforderungen: Früh-, Spät- und Nachtdienste, lange Stehzeiten bei Operationen oder der Stress durch Zeit- und Kostendruck. Doch genau diese Vielseitigkeit und die Möglichkeit, täglich etwas Sinnvolles zu tun, machen meine Arbeit für mich so erfüllend.
Ich kann mit Überzeugung sagen, dass man auch mit 49 noch einen neuen beruflichen Weg einschlagen und seine Berufung finden kann. Für mich ist der Operationssaal weit mehr als ein Arbeitsplatz, hier kann ich täglich mein Wissen, meine Erfahrung und meine Leidenschaft für die Medizin einbringen.